VKI, AK und diverse Medien kritisieren Lebensversicherung

Anbieter wehren sich strikt

Was stimmt jetzt wirklich?

In den letzten Wochen häufen sich Artikel in diversen Medien, wonach Lebensversicherungen für den Zweck der Altersvorsorge schlecht geeignet wären. Mittelpunkt der Kritik der Konsumentenschützer sind vor allem die hohen Kosten, die bei solchen Verträgen zum Abzug kommen und dass vorzeitige Auflösungen mit großen Verlusten verbunden sind. Dabei ist von Kosten bis zu 20% der einbezahlten Prämien die Rede und dadurch reduzierte Renditen von 1,15 bis 2,52% inklusive Gewinnbeteiligung.

Die Anbieter von Lebensversicherungen wehren sich vehement dagegen und rechnen vor, dass die durchschnittliche Nettorendite gemessen an einer Laufzeit von 27 Jahren bei rund 2,9 Prozent und die Gesamtverzinsung seit drei Jahrzehnten im Schnitt 3,7 Prozent über der Inflationsrate liege.

Knapp 15 Prozent des Gesamtvermögens privater Haushalte steckt laut Versicherungsverband in Lebensversicherungen. Demnach halten acht Millionen Österreicher derzeit rund 10,4 Millionen Versicherungsverträge mit einem Gesamtvolumen von 65 Mrd. Euro.

Wir haben diese Diskussion zum Anlass genommen, eine Reihe bestehender Verträge intensiv zu überprüfen um zu sehen, was von diesen Schlagzeilen zu halten ist und sind auch auf erstaunliche Ergebnisse gekommen:

Zum besseren Verständnis macht es Sinn, vorab die Systematik einer klassischen Lebensversicherung näher zu durchleuchten:

Lebensversicherungen, vor allem in der Form einer Rentenversicherung, bieten  zwei schlagkräftige und unumstrittene Argumente:

  • Langfristige Sicherheit in Form einer lebenslangen garantierten Mindestverzinsung (die derzeit bei 2,25%) und
  • einer Garantie der bei Abschluss gültigen Sterbe- bzw Rententafeln, was dazu führt, dass auch bei einer steigenden Lebenserwartung die heute prognostizierten Renten nicht geschmälert werden.

Zusätzlich zur Garantieverzinsung gibt es noch eine Gewinnbeteiligung,  da der Versicherer mit dem veranlagten Geld bisher immer höhere Erträge erwirtschaftet hat als nur den Garantiezins. Aktuell liegt die Gesamtgewinnbeteiligung (inkl Garantie) am österreichischen Markt zwischen 3,25% und 4%.

Somit liegt die Gesamtgewinnbeteiligung tatsächlich deutlich über der Inflationsrate und auch über dem Zinssatz sicherer Staatsanleihen.

Dazu muss man aber festhalten, dass Gesamtgewinnbeteiligung und Rendite doch sehr deutlich voneinander abweichen können. Es wird nämlich nicht das gesamte einbezahlte Kapital „verzinst“ sondern nur das, was nach Abzug von Kosten, Versicherungssteuer und Risikoprämien tatsächlich übrigbleibt.

Kritikpunkt Kosten

Bei den Kosten des Versicherers ist zwischen den so genannten Abschlusskosten und den Verwaltungskosten zu unterscheiden. Als Abschlusskosten bezeichnet man oft die Aufwendungen für die Vertragserrichtung und die Entlohnung des Vermittlers. Sie werden zumeist zur Gänze bei Vertragsbeginn abgezogen.

Die Verwaltungskosten lassen sich in laufende Verwaltungskosten (Kosten für Schriftwechsel, EDV, etc) und Inkassokosten (Kosten der Prämienvorschreibung) unterteilen. Sie fallen an, solange der Vertrag läuft bzw solange Beiträge bezahlt werden.

Neben den Abschluss- und Verwaltungskosten enthält die Versicherungsprämie auch noch die Versicherungssteuer (zumeist 4%) und einen Prämienteil für einen inkludierten Risikoschutz (Ableben, Berufsunfähigkeit, Unfalltod, schwere Krankheit, etc).

Als Sparprämie bezeichnet man jetzt jenen Teil der Versicherungsprämie, der tatsächlich von der Versicherung veranlagt und mit dem Garantiezinssatz (und zusätzlicher Gewinnbeteiligung) verzinst werden kann. Sie ergibt sich folglich aus der tatsächlich bezahlten Prämie abzüglich der Versicherungssteuer, der Risikoprämie und der Kosten des Versicherers.

Aus dieser Systematik erkennt man nun, dass man nicht von vorneherein sagen kann, ob die Rendite einer Lebensversicherung gut oder schlecht ist, sondern dass sie wesentlich von der Höhe der Kosten mitbestimmt wird.

Bei unserer Untersuchung diverser bestehender Verträge am Markt kamen wir auch auf Kostensätze, die wir vorher gar nicht für möglich erachtet hatten.

Spitzenreiter war ein Anbieter, der seinen Kunden tatsächlich neben der Versicherungssteuer noch  Kosten von 16% bei einer jährlichen Zahlweise abverlangte. Bei einer monatlichen Zahlweise wären nochmal 5% Unterjährigkeitszuschlag hinzugekommen. Gemeinsam mit der Versicherungssteuer wären somit 25% der Prämienzahlung an Kosten verloren gegangen, ohne dass hier noch ein Risiko wie Tod oder Berufsunfähigkeit versichert gewesen wäre.

Folgende Aufstellung gibt einen Überblick darüber, in welchem Ausmaß die Effektivverzinsung durch Kosten beeinflusst wird. Ausgangsbasis ist eine Veranlagung von 10.000 Euro pa auf 20 Jahre mit einer Verzinsung von 4%.

Kosten

Bei 0% Kosten ist die Rendite natürlich 4%. Bei 4% Kosten sinkt die Rendite um 0,3470% auf 3,6531%. Das heißt dass theoretisch 4% Kosten durch eine um 0,34 Prozentpunkte bessere Performance ausgeglichen werden können. Bei 25% Kosten wird die Rendite jedoch bereits halbiert.

Je länger die Laufzeit, desto geringer sind die Auswirkungen der Kosten auf die Rendite, je kürzer umso größer.

Der VKI hat in seiner Analyse aufgrund anonym eingeholter Offerte folgendes Beispiel gebracht:

„Keine Sicherheit auf Rückzahlung
Die gesetzliche Mindestverzinsung von derzeit 2,25 Prozent gilt nur für den veranlagten Teil der Prämien. Tatsächlich wird einem 40-jährigen Mann, der 20 Jahre lang monatlich 100 Euro einzahlt, also in Summe 24.000 Euro, nur die Rückzahlung von 22.600 bis 23.900 Euro garantiert. Er hat also keine Sicherheit, das eingezahlte Geld zurückzuerhalten. Die prognostizierte Rückzahlung inklusive Gewinnbeteiligungen bringt nur eine Rendite von 1,15 bis 2,33 Prozent“.

 

Kritikpunkt Große Verluste bei Vorzeitiger Auflösung

Ein bekannter und viel kritisierter Nachteil der Ansparung über eine Lebensversicherung liegt im schlechten Rückkaufswert bei einer vorzeitigen Vertragsauflösung. Wer seinen Versicherungsvertrag nach wenigen Jahren auflösen und sein Geld zurückhaben möchte, wird zumeist weniger Kapital herausbekommen als er einbezahlt hat.

Dies liegt zum einen daran, dass vielfach die Abschlusskosten (oft bis zur Höhe einer Jahresprämie) von der ersten Prämienzahlung einbehalten werden und somit in ersten Jahr gar kein Kapital in den Sparanteil fließt, zum anderen daran, dass mit der Prämie auch die Versicherungssteuer eingehoben wird und oft auch Risikokomponenten (zB Versicherungschutz im Todesfall) inkludiert sind. Zusätzlich sind bei den meisten Anbietern bei einer vorzeitigen Auflösung zusätzlich noch Stornoabschläge (bis zu 5%) vom vorhandenen Gesamtkapital zu bezahlen.

 

Kritikpunkt Unterjährigkeitszuschlag

Versicherungsprämien sind grundsätzlich Jahresprämien, die vorschüssig (dh immer zu Beginn des Versicherungsjahres) fällig werden. Wenn man seine Prämie nicht jährlich entrichten möchte, sondern monatlich, dann verlangen die Anbieter sogenannte Unterjährigkeitszuschläge. Diese betragen bis zu 6% der Prämie. Dh man bekommt einerseits vielleicht 3,5% Gewinnbeteiligung pro Jahr und zahlt andererseits 6% Zuschlag für eine monatliche Zahlweise. Ein sehr schlechtes Geschäft für den Versicherungsnehmer.

 

Gibt es eine Lösung?

Natürlich gibt es eine Lösung. Um unsere Kunden nicht nur bei der Modellgestaltung der betrieblichen Altersvorsorge zu beraten und sie auch ganzheitlich unterstützen zu können, haben wir auch die Gewerbeberechtigung als Versicherungsmakler erworben.

Somit können wir auch die Höhe der fließenden Provisionen selbst bestimmen und durch unsere breiten Kontakte, langjährigen Erfahrungen und intensiven Verhandlungen mit den Produktanbietern die Kosten für unsere Kunden deutlich reduzieren. Im Vergleich zu den von uns überprüften Verträgen kann die Kostenersparnis somit bis zu 75% betragen.

Weiters haben wir mit diversen Versicherungen eine Reihe von Sonderklauseln vereinbart, die dem Kunden während der Laufzeit zu wesentlich mehr Flexibilität verhelfen, zu deutlich besseren Vertragswerten bei einem vorzeitigen Ausstieg führen, Unterjährigkeitszuschläge deutlich reduzieren und weitere essentielle Produktvorteile mit sich bringen.

Das oben vom VKI angeführte Beispiel kann somit deutlich verbessert werden und bei einer optimierten Beratung folgendermaßen aussehen:

40 jähriger Mann zahlt monatlich 100 Euro, 20 Jahre lang

 Kosten Auszahlung